21.01.2020

BME rmr, BME Hanau und DFK: Jahresauftaktveranstaltung 2020: Das Ende von schlechten Slides und Vorträgen

Bme Jav 2020 06 Julia Kunz

Die Powerpoint-Folie ist schon ziemlich voll? Kein Problem, das letzte Detail passt meist noch in kleiner Schriftart unten auf die Seite. Am besten in bunter Schrift, damit es im Wust der Informationen nicht untergeht. Eine gute Idee? Ja. Aber nur, wenn man als Präsentierender sein Publikum möglichst schnell verlieren will. Wer etwas darüber weiß, wie das menschliche Gehirn funktioniert, kann solche Stolperfallen umgehen. Leider sind längst nicht alle so einfach zu erkennen wie offensichtlich misslungene Präsentationsfolien. Umso erhellender waren die Tipps, die Gedächtnistrainerin Julia Kunz bei der gemeinsamen Jahresauftaktveranstaltung 2020 des BME rmr, der BME-Region Hanau und des Verbands „Die Führungskräfte" weitergab. Das Interesse war groß: Rund 140 Mitglieder waren ins Haus am Dom in Frankfurt gekommen.

„Im Prinzip arbeiten Redner permanent gegen Abwehrmechanismen der Zuhörer", machte die Nürnbergerin mit einem Master-Abschluss in Cognitive Neuroscience gleich zu Beginn deutlich. Das Gehirn sei ein Hochleistungsorgan, das viel Energie brauche – und daher dankbar sei, wenn es auch mal ausruhen kann. Als Präsentierender sollte man also wissen, was zu tun ist, um die Aufmerksamkeit des Auditoriums zu gewinnen und auch zu behalten. Dazu gab es viele nutzwertige Tricks – etwa, längere Texte auf Präsentationsfolien entweder laut vorzulesen oder eine Pause zu lassen, damit es die Zuhörer selbst machen können. Apropos längere Texte: Weniger ist mehr. „Nutzen Sie bei Präsentationen weniger Slides, weniger Farben, weniger Inhalt. Auch wenn es schwer ist, zu kürzen oder etwas wegzulassen."

Das bedeutet keinesfalls, dass ein Vortrag langweilig sein muss. Im Gegenteil: Mit der Neurowissenschaft als Verbündeter kann man sich mehrere verschiedene Lernstrategien zunutze machen. Inhalte hörbar zu vermitteln und mit Bildern zu verdeutlichen setzt neue Reize, die die grauen Zellen bei Laune halten. Hinzu kommt die Haptik: „Sie wird oft unterschätzt", hob Julia Kunz hervor, und erinnerte an den tieferen Sinn des Wortes „be-greifen". Daher empfehle es sich beispielsweise, vor einem Vortrag einen Block und einen Stift auf die Plätze zu legen oder eine Visitenkarte zu übergeben.

Steinzeit steckt noch in den Knochen

Stimme, Gestik und Mimik sind ebenfalls enorm wichtig, erklärte die Gedächtnistrainerin – und demonstrierte das umgehend. Verblüfft reagierten manche, als sie hörten, dass man als Redner zwar gerne einen Stift in die Hand nehmen könne, etwa, um Nervosität abzubauen. Aber bloß keinen Kuli. Die Gefahr ist zu groß, dass man damit ständig klickt. Die Folge: Die Zuhörer konzentrieren sich nur noch darauf, und der wichtige Inhalt der Präsentation ist perdu. Darüber hinaus sollten die Hände immer sichtbar sein. Der Grund ist ein Relikt aus der Steinzeit, das das Gehirn bis heute mit sich herumschleppt: In der Tasche oder hinter dem Rücken könnte ja ein Dolch in der Hand sein. Und schon ist die Aufmerksamkeit wieder ganz woanders.

In der Abschlussrunde durfte das Publikum wieder selbst aktiv werden. Julia Kunz zeigte einige Powerpoint-Folien, die als abschreckende Beispiele dienten. Gut geschult kamen die meisten nun selbst schnell darauf, welche Fehler gemacht wurden – und wie es besser gegangen wäre. „Eine gute Präsentation eignet sich nicht zum Weiterreichen", gab sie den Einkäufern, Fach- und Führungskräften noch mit auf den Weg. Hat man die Vorgaben gehirngerechten Präsentierens befolgt, enthält sie in der Regel nämlich viel zu wenig Informationen, als dass sie alleine im stillen Kämmerlein nachvollzogen werden könnte. Besser ist es, ein ausführlicheres Handout vorzubereiten, wenn man den Inhalt noch einmal zum Vertiefen mitgeben will.

Viel vor in 2020

Präzise Informationen, Konzentration auf das Wesentliche – instinktiv hatte Dr. Silvius Grobosch, Hauptgeschäftsführer des BME-Bundesverbandes, zuvor in seiner Begrüßungsansprache schon vieles richtig gemacht. Er ließ einige Höhepunkte des Jahres 2019 noch einmal Revue passieren. So verwies er unter anderem auf den ersten Nachhaltigkeitskongress, den der BME im August 2019 in Frankfurt veranstaltet hat. Mit Erfolg, ein zweiter soll in diesem Jahr in Berlin folgen. Ebenfalls sehr gut besucht sind die Start-up-Crunches, bei denen sich mehrere Jungunternehmen mit innovativen Lösungen für den Einkauf vorstellen. Das Format wird am 11. Februar von der BME-Region Hanau ausgerichtet, eine Anmeldung ist hier möglich. Des Weiteren will der Verband seine Mittelstandsinitiative vorantreiben, so Silvius Grobosch weiter. Hierzu wird unter anderem das erste BME-Forum Mittelstandsoffensive stattfinden. Wer am 6. und 7. Mai in Frankfurt dabei sein möchte, findet hier weitere Informationen.

Die Veranstaltung, moderiert vom neuen BME rmr-Vorstandsvorsitzenden Manuel Schmidt und seinem Hanauer Kollegen Bernd Weimer, war ein vielversprechender Auftakt in das neue Jahr. Unter dem Schatten des Frankfurter Domes wurden noch lange nach dem offiziellen Programm Netzwerke geschmiedet oder gestärkt. Viele Gäste beteuerten zudem, sich den einen oder anderen Tipp von Julia Kunz künftig zu Herzen nehmen zu wollen.


Bildergalerie

20.01.2020

Veranstaltung 2020-01-20 ("Jahresauftaktveranstaltung: Gehirngerecht präsentieren - so kommt Ihre Botschaft punktgenau an ")

Die Powerpoint-Folie ist schon ziemlich voll? Kein Problem, das letzte Detail passt meist noch in kleiner Schriftart unten auf die Seite. Am besten in bunter Schrift, damit es im Wust der Informationen nicht untergeht. Eine gute Idee? Ja. Aber nur, wenn man als Präsentierender sein Publikum möglichst schnell verlieren will. Wer etwas darüber weiß, wie das menschliche Gehirn funktioniert, kann solche Stolperfallen umgehen. Leider sind längst nicht alle so einfach zu erkennen wie offensichtlich misslungene Präsentationsfolien. Umso erhellender waren die Tipps, die Gedächtnistrainerin Julia Kunz bei der gemeinsamen Jahresauftaktveranstaltung 2020 des BME rmr, der BME-Region Hanau und des Verbands „Die Führungskräfte“ weitergab. Das Interesse war groß: Rund 140 Mitglieder waren ins Haus am Dom in Frankfurt gekommen.


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