04.07.2013
Young Professionals Frauen im Einkauf

13. Frauennetzwerkveranstaltung in Frankfurt

Am 22.05.2013 fand in der angesagten Location Kameha Suite in der Nähe der Alten Oper die 13. Frauennetzwerkveranstaltung in Kooperation  mit dem BME und syntra statt. Das Thema des Abends war: "Gesundes Führen in Zeiten der Veränderung."

Dieses Thema traf den Nerv der Zeit. Es ist bekannt, dass sich Arbeitnehmer immer öfter krank melden. Grund dafür ist oft eine "ungesunde" Führung, genauer gesagt: zu hohe Arbeitsbelastung, schnellerer Fluss an Informationen durch moderne Technik, jederzeitige Erreichbarkeit am Abend, am Wochenende und auch im Urlaub. So bleibt dem Arbeitnehmer nur ungenügend Zeit zum "Energietanken". Diese Fragestellungen: "Burn-out als Leiden moderner Gesellschaft?" oder "Funktioniert Ihre persönliche Work-Life-Balance?" führten bereits während der Veranstaltung zu lebhaftem Austausch zwischen den Teilnehmern und dem Referenten. Nach der Veranstaltung ging die Diskussion zum Tagesthema zwischen den rund 35 Teilnehmern genauso engagiert weiter. Das individuelle "Netzwerken" kam dabei nicht zu kurz. Eine insgesamt gelungene Veranstaltung!

Für diejenigen, die es leider auf die Veranstaltung nicht geschafft haben, erläutert der Referent im nachfolgenden Beitrag die Grundprinzipien zum Thema, die den Arbeitnehmer aufmerksam machen und sensibilisieren sollten, für einen sorgsameren Umgang mit seiner Gesundheit und für eine rechtzeitige Wahrnehmung der Warnsignale des Körpers. Denn nur so lassen sich schlimmere Folgen verhindern.

Bericht von Herr Dr. Becker, Geschäftsführer INSITE-Interventions GmbH :

Gesund Führen weckt starkes Interesse
Das Thema "Gesund Führen in Zeiten der Veränderung" stößt augenblicklich auf eine gewaltige Resonanz.  In 2013 haben wir ca. 200 Seminartage mit diesem Thema belegt, Tendenz kräftig steigend. Wenn wir unsere Kunden fragen, warum ihre Führungskräfte sich mit dem Thema "Gesundheit" beschäftigen sollen, erhalten wir immer die gleichen Hinweise: Um die Stressbelastung ihrer Mitarbeiter zu reduzieren und um sensibler zu werden für belastete und krankheitsgefährdete Mitarbeiter. Und in der Tat, die Anforderungen an Führungskräfte sind einem ständigen Wandel unterworfen.

Veränderungsdruck erzeugt  Stressrisiken

Die Flexibilisierung der Organisationen und der  Arbeitsabläufe hat Auswirkungen auf das Arbeits- und Leistungsverhalten von Führungskräften und Mitarbeitern. Leben und arbeiten unter den Bedingungen von Komplexität, Beschleunigung und Ungewissheit ist zur Regel  geworden. Dauerhaftes Arbeiten an den Leistungsgrenzen generiert Dauerstress. Stressbedingte Verhaltens- und Gesundheitsrisiken sind die Kehrseite von Modernisierung und Flexibilisierung. In dieser Situation benötigen Führungskräfte die Fähigkeit, ihren Einfluss auf die Leistungsfähigkeit, das Gleichgewicht und die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu erkennen sowie Verhaltens- und Gesundheitsrisiken bei ihren Mitarbeitern zu identifizieren und angemessen, in ihrer Rolle als Vorgesetzte, zu handeln. In den Führungsetagen vieler Unternehmen ist diese neue Fragestellung angekommen.

Die Ressourcen: Stärken der Mitarbeiter und Erfolgserlebnisse
Sehr häufig erleben wir hoch motivierte Seminarteilnehmer, die lernen wollen, wie sie ihre Mitarbeiter und Belegschaften in einem stabilen Bereich von Gesundheit und Leistungsfähigkeit halten können. Wie groß ist aber der Einfluss von Führungskräften auf das Gleichgewicht und die Gesundheit ihrer Mitarbeiter?  Sicher ist ihr Einfluss gering, wenn man unter Gesundheit medizinische oder psychologische "Normalität" versteht. Versteht man unter Gesundheit aber die Fähigkeit das persönliche "Gleichgewicht", auch unter Belastung, Herausforderung und Ungewissheit  aufrecht zu halten, so ergeben sich auch für Führungskräfte Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen. Die wichtigste besteht darin, die positiven Aspekte der Arbeit hervorzuheben und zu verstärken.  Jeder kennt die Wirkung von Erfolgserlebnissen.  Erfolg stärkt Selbstvertrauen. Wenn eine berufliche Aufgabe erfolgreich  bewältigt wurde, stellt sich ein  Gefühl von  Freude, Stolz und Selbstbewusstsein ein, ein "Erfolgserlebnis" eben. Werden die beruflichen Stärken und Erfolge durch Feedback der Führungskraft verstärkt,  so entsteht hier eine Quelle von Leistungsfähigkeit, Wohlbefinden und Gesundheit von der alle Beteiligten profitieren: Mitarbeiter, Führung und Unternehmen.

Die Risiken: Dauerstress als Gesundheits- und Leistungskiller Nr.1!
Die Kehrseite der großen Veränderungsprozesse in der Arbeitswelt und im Alltagsleben wird durch eine sprunghafte Zunahme der Komplexitäten versursacht und beeinflusst alle Lebensbereiche. Dauerstress bedroht das Gleichgewicht und die körperliche und psychische Gesundheit. Überforderung, psychische Belastungen und psychosomatische Symptome sind die Folge. In dieser Situation ist es für Führungskräfte wichtig, Anzeichen von Stressbelastung zu erkennen und angemessen, d.h. in ihrer Rolle als Führungskraft zu handeln

Sprechen ist besser als nicht sprechen! Gespräche in kritischen Situationen
Das bedeutet, kritische Situationen schnell und direkt anzusprechen. Wenn sie dabei von Profis unterstützt werden, können Führungskräfte lernen, wie solche  Gespräche zu führen sind, was sie tun müssen und was sie unterlassen sollten. Offenheit, Klarheit und das Angebot für Unterstützung führen dazu, dass belastete Mitarbeiter Hilfe annehmen und umsteuern können. Das Vorhandensein eine modernen Mitarbeiterberatung, eines Employee Assistance Programms im Unternehmen steigert die Wahrscheinlichkeit einer schnellen Veränderung erheblich und unterstützt gerade die Führungskräfte in einem modernen, Gesundheit fördernden Führung.

Die nächste Veranstaltung für weibliche Führungskräfte findet am 29.10.2013 statt, Thema: "Gelingt die Evolution in der Arbeitswelt?". Über zahlreiches Erscheinen freuen wir uns jetzt schon.

Verfasser: Evelyn Kunkel

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