31.01.2019

BME rmr-Jahresauftaktveranstaltung 2019 mit Balthasar Fleischmann: Lächeln hilft!

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Balthasar Fleischmann war 32 Jahre lang im Polizeidienst tätig. Mehr als einmal kam er dabei in brenzlige, mitunter lebensgefährliche Situationen. Es klingt zunächst ungewöhnlich, einen Ex-Agenten – so steht es auf seiner Visitenkarte – als Referenten zur Jahresauftaktveranstaltung der BME-Regionen Rhein-Main und Hanau sowie des Verbands „Die Führungskräfte“ einzuladen. Aber weit gefehlt: Im Einkauf wie auch im Leben geht es darum, die richtige Wahl der „Waffen“ zu treffen, sei es in der Kommunikation, im Auftreten oder beim Verhandeln. Garniert mit realen Erlebnissen aus seiner Tätigkeit als Ermittler im Staatsdienst gestaltete er einen kurzweiligen Abend mit Nutzwert. Scharf geschossen wurde nur mit Fotoapparaten, und ebenso beruhigend war sein Bekenntnis: „Meine wirksamste Waffe als Polizist war: ein Lächeln.“

Um zu wissen, wie man reagieren oder, noch besser, agieren sollte, muss man zunächst herausfinden, mit wem man es zu tun hat. Fleischmann öffnete den rund 100 Gästen in der Evangelischen Akademie Frankfurt am Römerberg zunächst die Augen dafür, was jeder Mensch sagt, auch wenn er nichts sagt. Über die Körpersprache zum Beispiel, die Mimik, bewusst oder unbewusst. Berufsbezogen bürstete er gegen den Strich: Wird allenthalben propagiert, Menschen nicht gleich in Schubladen zu stecken, empfahl er in bestimmten Situationen genau das. Etwa, wenn es um die Einstellung eines neuen Teammitglieds geht. Lässt sich der Kandidat oder die Kandidatin als kühl kalkulierend, wankelmütig oder unsicher charakterisieren? Gut, denn danach richtet sich jeweils die Strategie, das Bestmögliche aus der Person herauszukitzeln – oder zumindest das Miteinander stressfreier zu gestalten.

Zum Rapport in die Bahn

Es folgte die zweite Stufe: das eigene Auftreten. „Worte können Sie zum Feind oder Freund machen“, erklärte der „Mann mit der Lizenz zum Verhandeln“. Erwachsene haben Studien zufolge einen passiven Wortschatz von 80.000 Wörtern. Aktiv genutzt werden davon aber nur rund 12.000. Ein Jammer, gilt doch die deutsche Sprache als besonders ausdrucksstark und differenziert. „Nutzen Sie mehr als die 12.000 Wörter“, riet er. Ebenso zum Ausprobieren reizten seine Ausführungen zum Rapport. Der Duden beschreibt diesen als „intensiven psychischen Kontakt zwischen zwei Personen“. Das geht auch in der S-Bahn: Fleischmann animierte dazu, die gleiche Position wie das Gegenüber einzunehmen. Auf diese Weise werde ein Kontakt aufgebaut, der es auch ermögliche, die andere Person sanft zu steuern: „Die Energie springt über, es funktioniert.“

Regelbrüche, Perspektivwechsel – viele weitere Hilfen bot er auf dem Weg zur dritten und letzten Stufe, dem Ausräumen von Hindernissen. „Wir brauchen Mut für Entscheidungen“, war er sich sicher. Die meisten Menschen scheiterten nicht deshalb, weil etwas schiefläuft, sondern weil sie nichts tun. Es hilft zu wissen, dass es im Grunde nur zwei große Motivatoren gibt, aktiv zu werden: Angst und Freude, wobei erstere meist der größere Faktor ist. Allein, was kann passieren? Sich das auszumalen zeigt oft: Davon stirbt man nicht, im Gegenteil. So schloss sich der Kreis auch für Balthasar Fleischmann: „Lächeln Sie. Dann haben Sie beste Chancen auf ein gutes Leben.“

Ehrung für 40 Jahre Mitgliedschaft

Eine Aufforderung, der die Mitglieder und Freunde des BME rmr beim anschließenden Empfang mit Networking gut und gerne nachgekommen sind. Zuvor gab es allerdings noch eine Überraschung, die  ebenfalls ein Lächeln ins Gesicht der Anwesenden zauberte: Der Vorsitzende des Regionsvorstands BME rmr Lothar Kunkel wurde für 40 Jahre Mitgliedschaft im Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik geehrt. 


David Schahinian

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Team Öffentlichkeitsarbeit