01.12.2017

BME rmr-Jahresabschluss 2017: Gedankenlesen für Einkäufer – mit Lars Ruth

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Wie hat er das gemacht? Woher wusste er das? Und kann ich das für die nächste Einkaufsverhandlung auch lernen? Das waren wohl die drei am häufigsten gestellten Fragen bei der Jahresabschlussveranstaltung 2017 des BME rmr. Im mit rund 60 Besuchern vollbesetzten Theater Alte Brücke in Sachsenhausen versprach der Frankfurter Mentalist Lars Ruth eine Einführung ins „Gedankenlesen für Einkäufer“. Erstmals und exklusiv, denn als ehemaliger Vertriebler führt er üblicherweise branchenspezifische Schulungen für Verkäufer durch. Seine kurzweilige Show war Infotainment im besten Sinne: Zwischen die Experimente mit Publikumsbeteiligung streute er praxisnahe und nutzwertige Tipps und Tricks für den Arbeitsalltag ein.

„Realität wird durch Sprache geformt“, erklärte Ruth – auch wenn das den meisten Menschen nicht bewusst ist. Aber zu welchem Arzt würde man eher gehen? Zu dem, der einen vor einer Operation mit einer Sterbewahrscheinlichkeit von zehn Prozent konfrontiert? Oder zu dem, der eine Überlebenswahrscheinlichkeit von 90 Prozent prognostiziert? Die meisten würden sich wohl für letzteren entscheiden, obwohl beide denselben Sachverhalt beschreiben. Der Schlüssel ist die Kommunikation.

Bei Verhandlungen ist das nicht anders: Je besser sich das Gegenüber fühlt, desto größer ist die Chance, dass ein positiver Abschluss herauskommt. Sich in seine Lage versetzen, auf die eigene Intuition und Lebenserfahrung hören – das waren gute Tipps, die sich Einkäufer immer wieder bewusst machen sollten. „Schaffen Sie eine Wohlfühlatmosphäre“, riet der Mentalmagier außerdem. Zum Beispiel, indem man seinen Gesprächspartner spiegelt. Es sei „manchmal erschreckend“, wie einfach das Unterbewusstsein beeinflusst werden könne. Das zeigte etwa auch eine Studie aus dem Jahr 2010: Teilnehmer, die Spar-Slogans zu lesen bekamen, gaben anschließend fast doppelt so viel Geld aus wie andere, denen lediglich Markennamen genannt wurden.

Den BME rmr-Mitgliedern gab er zahlreiche Tricks mit auf den Weg, wie sie auch ihr eigenes Unterbewusstsein ein wenig zu steuern lernen können. Wer gestresst ist, dem kann es helfen, kurz innezuhalten und darüber nachzudenken, ob man auch so gestresst wäre, wenn man nur noch sechs Wochen zu leben hätte. Ruth: „Der Tod kann unter Umständen ein guter Ratgeber sein, aber er ist tabuisiert.“ Lächelnd fügte er an: „Wem das zu traurig ist, kann auch überlegen: Würde ich mich so stressen lassen, wenn mein Chef nur noch sechs Wochen zu leben hätte?“

Auf der Suche nach Helmut Schmidt

Was man mit einer Kombination aus Ablenkung, psychologischen Finessen, Fingerfertigkeit, Beeinflussung, Menschenkenntnis „und ein paar schmutzigen Tricks“, wie Ruth freimütig einräumt, erreichen kann, zeigte er an dem Abend mehrfach. So bat er vier Gäste, Namen von Prominenten auf einen Zettel zu schreiben – drei lebende, ein toter. Die Zettel kamen in Umschläge, und eine Dame aus dem Publikum sollte auspendeln, wo der Tote liegt. Angela Merkel, gleich zweimal Boris Becker – tatsächlich „erspürte“ sie den Umschlag mit dem Zettel „Helmut Schmidt“.

Ein anderer Besucher wurde fast zur Verzweiflung getrieben: Er sollte sich eine Zahl zwischen eins und sechs ausdenken und einen Würfel entsprechend unter einen Knobelbecher legen. Dreimal rief ihm das Publikum genau die richtige Zahl zu – obwohl er sogar so clever war, sich zweimal für dieselbe Zahl zu entscheiden. „Verratet ihm den Trick bitte nicht vor Weihnachten“, schwor Ruth seine Zuschauer, die bei dieser Nummer mit ihm im Boot saßen, ein.

Wie genau er bei dieser und weiteren Nummern immer wieder ins Schwarze traf, verriet er natürlich nicht – das ist Berufsgeheimnis. Zum Abschied versuchte es BME-Vorstandsmitglied Laurenz Büschel, Organisator der Veranstaltung, noch einmal: „Vielen Dank und auf Wiedersehen. An welche Zahl denke ich gerade?“ Ruth antwortete: „Sieben.“ Wieder richtig.

Kleines Theater, großer Spaß

Beim BME rmr-Jahresabschluss 2017 passte alles: Die Show war unterhaltsam und informativ, die Location ein Volltreffer. Nach der Darbietung wurden die Stühle im „kleinsten Off-Broadway-Theater der Welt“ einfach beiseite geräumt, um Platz für Gespräche und Networking zu schaffen. Die Wände sind mit alten Theaterprogrammen dekoriert, die Inhaber und Aficionado Alexander Beck allesamt selbst aus New York mitbrachte. Für das Catering zeichnete das Casa de Portugal, nicht weit vom Theater entfernt, verantwortlich. Bei Tapas und Getränken wurde noch lange gesprochen, gelacht und gefragt: „Wie hat er das gemacht?“



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30.11.2017

Veranstaltung 2017-11-30 ("Jahresabschluss 2017: Gedankenlesen für Einkäufer")

Wie hat er das gemacht? Woher wusste er das? Und kann ich das für die nächste Einkaufsverhandlung auch lernen? Das waren wohl die drei am häufigsten gestellten Fragen bei der Jahresabschlussveranstaltung 2017 des BME rmr. Im mit rund 60 Besuchern vollbesetzten Theater Alte Brücke in Sachsenhausen versprach der Frankfurter Mentalist Lars Ruth eine Einführung ins „Gedankenlesen für Einkäufer“. Erstmals und exklusiv, denn als ehemaliger Vertriebler führt er üblicherweise branchenspezifische Schulungen für Verkäufer durch. Seine kurzweilige Show war Infotainment im besten Sinne: Zwischen die Experimente mit Publikumsbeteiligung streute er praxisnahe und nutzwertige Tipps und Tricks für den Arbeitsalltag ein.


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Team Öffentlichkeitsarbeit