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17.04.2012

Wie löst man Konflikte? - 10 Regeln, die (nicht nur) jeder Einkäufer kennen sollte

"Das Einzige, um was sich Menschen nicht kümmern müssen, sind Konflikte. Die entstehen von alleine," meint Peter Drucker (Amerikanischer Unternehmensberater).

Richtig, es bedarf meist keiner großen Anstrengungen, um Fronten zwischen zwei Menschen oder in einem Team aufzubauen.

Konflikte existieren dann, wenn Personen in Beziehung zueinander stehen und dabei miteinander unvereinbare Verhaltensabsichten oder Verhaltensweisen auftreten.

Diese konträren Zielvorstellungen müssen nicht objektiv vorliegen, sie müssen von den Konfliktparteien subjektiv so erlebt werden.
Konflikte zwischen zwei oder mehreren Personen sind durch Spannungen, Uneinigkeit, Polarisation und sehr starke Einbeziehung von Gefühlen gekennzeichnet.

Die 10 wichtigsten Konfliktregeln

Wenn Sie die folgenden 10 Konfliktregeln beherzigen, lernen Sie, wie Sie Konflikte wesentlich konstruktiver lösen können.

Regel 1: "Merke frühzeitig, dass ein Konflikt vorliegt."
Ihr Körper hat ein wunderbares Frühwarnsystem, nämlich die Stressreaktion. Wenn Sie an sich beobachten: psychisch: Anspannung, Unbehagen, Unsicherheit, Unruhe, Ärger (!), starke Emotionen oder physisch: hohe Herzschlagrate, schnelle flache Atmung, Muskelanspannung, Bewegungsdrang, Schlaflosigkeit, Übelkeit, Magendruck ist vielleicht ein Konflikt im Busch!

Regel 2: "Analyse des Konfliktes"
Spätestens jetzt sollten Sie wach werden: Auf welcher Ebene spielt sich der Konflikt ab. Wissen Sie nicht, wo es lang geht, liegt es am Verhalten einer dritten Person oder hat Ihnen ein Fehler/eine Unklarheit in der Organisation Ärger bereitet?

Regel 3: "Konflikte nicht schwelen lassen"
Sie werden nicht besser - im Gegenteil - nehmen Sie sich sofort vor zu handeln, wenn Sie den Konflikt bemerken. Und zwar nicht irgendwann, sondern so bald als möglich. Wenn Sie bereits sehr emotionsgeladen sind, sollten Sie allerdings eine kleine Verschnaufpause einlegen, bis Sie wieder klar und sachlich denken können.

Regel 4: "Konflikte mit dem Verursacher austragen"
Ihr Ansprechpartner sollte immer derjenige sein, der den Konflikt verursacht. Ziehen Sie, wen immer möglich, nicht unbeteiligte Personen in den Konflikt hinein (auch nicht beim Chef petzen), sondern wählen Sie die direkte Auseinandersetzung.

Regel 5: "Vorbereitung auf das Gespräch"
Wenn Sie über einen größeren Konflikt sprechen wollen, sollten Sie mit dem Konfliktgegner einen Gesprächstermin vereinbaren. Überfallen Sie den anderen nicht und gewinnen Sie selbst Zeit, um sich gut auf das Gespräch vorzubereiten.

Regel 6: "Beginnen Sie das Gespräch mit einer Ich-Botschaft"
"Du bist unmöglich" ist wesentlich schwerer anzunehmen und reizt mehr zur Gegenwehr als "Ich bin gekränkt, eifersüchtig, ärgerlich". Sie haben sich geärgert - also sollten Sie auch von sich sprechen.

Regel 7: "Hören Sie genau zu, was Ihr Gegenüber sagt".
Das fällt sehr schwer im Eifer des Gefechts, ist aber enorm wichtig, wenn das Gespräch nicht eskalieren soll. Am besten gelingt das Zuhören, wenn Sie immer wieder versuchen, den Standpunkt des anderen in eigenen Worten wiederzugeben, bevor Sie antworten; z.B. "Sie sind also der Meinung, dass es zu lange dauert ein neues Ablagesystem einzuführen. Ich sehe den Punkt...(und jetzt sind Sie dran), gebe aber zu bedenken ...".Auch das Gesprächsergebnis sollten Sie am Ende nochmals mit Ihren Worten formulieren.

Regel 8: "Kritisieren Sie konkretes Verhalten"
Viel zu häufig werden Personen ("Sie sind unzuverlässig, gemein, unhöflich") kritisiert, statt das konkrete Verhalten (z.B. "Am letzten Dienstag hat Ihr Verhalten Y für mich die Konsequenz gehabt; das war sehr unangenehm für mich ....).

Regel 9: "Überdenken Sie Ihren Anspruch an die Beziehungen am Arbeitsplatz"
Es ist nicht nötig und wahrscheinlich auch gar nicht möglich, am Arbeitsplatz dasselbe Maß an Nähe, Hilfsbereitschaft und Einfühlung füreinander aufzubringen, wie im privaten Bereich. Wichtig ist ein fairer klarer Umgang miteinander, der einen reibungslosen Arbeitsablauf ermöglicht.

Regel 10: "Werden Sie sich über eigene berufliche und private Ziele und Prioritäten klar"
Wo wollen Sie in 5 Jahren stehen? Was ist Ihnen (und nur Ihnen) wichtig im Leben? Haben Sie z. B. herausgefunden, dass Ihnen Ihre Familie und privaten Freunde am wichtigsten im Leben sind, müsste Ihnen die Entscheidung "Überstunden oder nach Hause gehen" eigentlich leichter fallen. In die Dinge, die Ihnen wirklich wichtig sind, lohnt es sich, Zeit und Energie hineinzustecken.

Ihre persönlichen Ziele und Prioritäten sind der Kompass im Wirrwarr möglicher Entscheidungen und bewahren Sie davor, fremdbestimmt zu werden, solange Sie den Mut aufbringen, klar und entschieden für sie einzutreten.

P. S. Wenn Sie noch mehr Best Practices zum Umgang mit Konflikten kennenlernen möchten, empfehlen wir Ihnen, sich schnell noch für die rmr-Veranstaltung "Konfliktmanagement" am 26. April anzumelden (siehe Rubrik Veranstaltungen).

Quelle: Beratungsbüro Sibylle May Verfasser: Peter Leitsch

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