BME Rhein-Main-Region

26.03.2012

Was netzwerkende Einkäufer so erfolgreich macht

Das Flanieren durch Ladenstraßen und Einkaufszentren, vorbei an Geschäften und Schaufenstern, Schauen, Suchen, Anfassen, Testen und Erleben; SHOPPEN, oft ein Erlebnis mit hohem Spaßfaktor, manchmal aber auch purer Stress. Was privat eher emotional getrieben ist und sich auf wenige Stunden oder einzelne Tage beschränken lässt, ist für betriebliche Einkäufer ein ernster Beruf mit vielen Facetten, in dessen Mittelpunkt neben vielen anderen Attributen ein umfangreiches technisches Verständnis, wirtschaftliches Denken und Kostendisziplin, eine breite Wissens- und eine hohe Zahlenaffinität, ständige Aufmerksamkeit und Flexibilität, Kommunikationsfähigkeit und Weiterbildungsbereitschaft sowie gute Markt-, Produkt- und Menschenkenntnisse stehen und für den selbstverständlich auch Verhandlungsgeschick und ein verbindliches Auftreten erwartet werden.

Die klassischen Einkaufsaufgaben werden heute zudem verstärkt durch zusätzliche Gestaltungsaufgaben ergänzt, um die Abnehmer-Lieferanten-Beziehungen wertorientiert formen und den bestmöglichen Wertbeitrag generieren zu können. Um als Einkäufer beruflich erfolgreich zu sein, reichen daher eine gute Ausbildung und eine regelmäßige Weiterbildung alleine nicht mehr aus. Neben dem Fachwissen werden heute Kompetenzen gefordert, die mit dem Begriff "Soft Skills" zusammengefasst werden können. Zu den wichtigsten Werkzeugen gehören dabei Schlüsselkompetenzen aus dem sozialen, kommunikativen, mentalen Bereich. Neben all den genannten Eigenschaften und Werkzeugen braucht ein guter Einkäufer aber vor allem eins, er braucht gute Kontakte oder Neudeutsch ein hervorragendes Netzwerk. Nur so bekommt er rechtzeitig die wichtigsten Informationen und einen umfassenden Überblick über die aktuellsten Entwicklungen sowie gezielte Kenntnisse, um mit seinen Aktivitäten die Ergebnisse seines Unternehmens positiv beeinflussen zu können. Die Mitarbeit in einem Netzwerk hat zudem den Vorteil, dass sich der Einkäufer nach außen öffnen und eine zu ausgeprägte Binnensicht vermeiden kann. Damit wird er weniger berechenbar und bleibt nicht in seiner Leistung begrenzt.

Die besten Einkäufer netzwerken daher im Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), dem größten Netzwerk für aktive, professionell arbeitende und erfolgreiche Einkäufer. Hier können sie sich mit qualifizierten und engagierten Kolleginnen und Kollegen aus der eigenen Branche, vor allen Dingen aber branchenübergreifend austauschen. Und gerade der branchenübergreifende Austausch mit den Besten der Zunft bringt die entscheidenden Vorteile und erlaubt es, den Mitbewerbern immer eine Nasenlänge voraus zu sein. Exzellente Einkäufer verstecken sich deshalb nicht hinter ihrem Schreibtisch, sondern suchen aktiv den Kontakt zu den Kollegen und werden so zu Trendsettern.

Hans-Jürgen Eicke ist Abteilungsleiter Immobilien- und Beschaffungsmanagement der Frankfurter Sparkasse und aktives Mitglied im BME.


Verfasser: Hans-Jürgen Eicke

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