BME Rhein-Main-Region

13.06.2011

Besuch des Frischezentrums Frankfurt

"Wenn früh am Morgen die Werksirene dröhnt ..."

Frühes Aufstehen war für knapp 30 Teilnehmer angesagt, um einen spannenden Einblick in das dynamische Treiben im Frischzentrum zu erhalten. Am 10. Juni Punkt sechs Uhr standen alle Teilnehmer erwartungsfroh an der Pforte.

Nach einer ausgedehnten Kaffeepause ging es dann los: Der gut ausgeschlafene Marktmeister Harry Jarosch lotste uns mit viel Humor und wissenswerten Fakten durch die Welt des Gemüse-, Obst- und Delikatessengroßhandels. Trotz der für Großmarktverhältnisse späten Zeit - die Haupthandelszeit ist 4-5
Uhr -  konnte jeder faszinierende Eindrücke vom Marktgeschehen mitnehmen: Frisches und leckeres, bisweilen exotisches Gemüse in selten gesehener Vielfalt wohin man nur schaute. Feinste Delikatessen aus aller Herren Länder - alles konzentriert in den ökologisch-energiearm gekühlten Lagerflächen des ehemals
"Großmarkthalle" genannten Frankfurter Frischezentrums.

In zahlreichen Anekdoten erlaubte uns Jarosch immer wieder mal kurze Einblicke in die teils kurios anmutende, abgeschlossene kleine Marktwelt am Martinszehnten. So kommt man hier mit Kreditkarten nicht weit - Bargeld gilt immer noch als das Maß der Dinge. Auch der Handschlag gilt hier noch verbindlich wie vor fünfzig Jahren. Man hatte den Eindruck, als würde unter Händlern und Kunden weiterhin ruppig-lautstark-aber-herzlich-und-respektvoll umgegangen und verhandelt, als hätte es die vergangenen Jahrzehnte mit ihren Entwicklungen nie gegeben.

Am Stand vom Bio-Obstbauern Mibusa gab uns deren Geschäftsführer einen tiefen Einblick in die Welt des Obst- und Gemüsehandels, eine kleine Warenkunde und Tipps für die Wahl des qualitativ besten Obstes inklusive ("Kaufen Sie immer Flugmangos; Schiffsmangos werden unreif geerntet, schmecken nicht."). Am Rande des Vortrags mitten auf deren Standfläche konnte man feinste Mibusa-Produkte und Melonenstücke kosten.

Abschließend ging es wieder in das Großmarkthallen Café, wo  knusprige mit feinstem Schinken und leckerem Käse belegte Brötchenhälften sowie (klar!) frisches Obst auf uns warteten. Das Frühstück untermalte Harry Jarosch mit einer gut improvisierten - der PC fiel kurzfristig aus - Präsentation zahlreicher Hintergrundinformationen zu Entstehung, Fakten und Besonderheiten der über hunderjährigen Institution "Großmarkthalle". So wird das Logistikzentrum im Norden Frankfurts nicht, wie üblich, durch öffentliche Eigentümerschaft oder Investoren getragen, vielmehr zu 75% durch die ansässigen
Händler und nur zu einem Viertel von der Stadt Frankfurt.

Die beigefügten Bilder geben einen kurzen Einblick in das Erlebte. Wir danken dieses Mal vor allem den Teilnehmern, die es zum einen auf sich genommen hatten, noch vor Beginn ihrer normalen Arbeitszeit hierher zu kommen, und zum anderen eingangs auch eine ganze Menge Geduld bewiesen.

Verfasser: Laurenz Büschel

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