Kostensenkung im Mittelstand
In der Sonderveröffentlichung "Mittelstand" vom 21. September 2010 berichtet Financial Times Deutschland über große Einkaufspotenziale der deutschen Mittelständler. Am Beispiel der Software AG wird aufgezeigt, welche Kostenhebel im oder durch den Einkauf im Unternehmen bestehen. Mit Hilfe eines externen Beraters wollte die Software AG das Einkaufsvolumen von 100 Mio. Euro um 15% senken. Nach der Umsetzung aller Maßnahmen wurden sogar 17% eingespart.
Die Einkaufsabteilung der Software AG wurde von einer dezentralen Länderorganisation in eine Zentralorganisation massiv umstrukturiert. Gleiche Güter werden nun gebündelt zu einheitlich niedrigen Preisen beschafft. Die Zahl der Lieferanten wird deutlich reduziert. Gleichzeitig wurde ein neues Kennzahlensystem eingeführt, um Missstände leichter aufzudecken. Zum Beispiel durch die Analyse der Marketingausgaben im Verhältnis zum Umsatz. Einige Kundenveranstaltungen wurden somit abgeschafft.
Die Financial Times zitiert mehrere Beratungsunternehmen, die durch ein vereinfachtes Design oder Verringerung der Varianten von Zulieferprodukten Einsparungen von 7% bis 10% sehen. "Der Einkauf ist der wertvollste Kostenhebel, weil auf keine andere Art Einsparungen schneller realisiert werden können", wird Gerd Kerkhoff, Geschäftsführer von Kerkhoff Consulting zitiert. Ein effizient strukturierter Einkauf im Mittelstand könne bei Dienstleistungen sogar bis zu 20% einsparen. Ein probates Mittel dafür sind Ausschreibungen, die im Mittelstand oft nicht konsequent durchgeführt würden. Berater Kerkhoff sieht weitere Einsparpotenziale in der schlechten Kommunikation zwischen Einkauf und Technik. Um auf Augenhöhe sprechen zu können, sollten die Einkäufer vor allem ein Grundverständnis für die zu beschaffenden Waren mitbringen. Die Financial Times berichtet vom Landmaschinenhersteller Claas, der dieses Wissen seiner Einkäufer nutzt, um Kostentreiber bei den Lieferanten zu ermitteln. In den Verhandlungen ginge es dann nicht nur um Preise, sondern wie ein Lieferant von Claas seine Produkte günstiger herstellen könne. Wie bei der Software AG wurde auch bei Claas die Zahl der Lieferanten stark verringert.
Marc Staudenmayer, Geschäftsführer von Araia Consulting, sieht die nächste Herausforderung im aufsteigenden Wirtschaftszyklus schon vor der Tür: "Wir beobachten zunehmend die Unsitte, dass dann mitunter planlos und an geregelten Prozessen vorbei eingekauft wird". Im Fachjargon "Maverick-Buying" - wilder Einkauf. "Das ist ein Renditekiller ersten Grades".
Die Einkaufsabteilung der Software AG wurde von einer dezentralen Länderorganisation in eine Zentralorganisation massiv umstrukturiert. Gleiche Güter werden nun gebündelt zu einheitlich niedrigen Preisen beschafft. Die Zahl der Lieferanten wird deutlich reduziert. Gleichzeitig wurde ein neues Kennzahlensystem eingeführt, um Missstände leichter aufzudecken. Zum Beispiel durch die Analyse der Marketingausgaben im Verhältnis zum Umsatz. Einige Kundenveranstaltungen wurden somit abgeschafft.
Die Financial Times zitiert mehrere Beratungsunternehmen, die durch ein vereinfachtes Design oder Verringerung der Varianten von Zulieferprodukten Einsparungen von 7% bis 10% sehen. "Der Einkauf ist der wertvollste Kostenhebel, weil auf keine andere Art Einsparungen schneller realisiert werden können", wird Gerd Kerkhoff, Geschäftsführer von Kerkhoff Consulting zitiert. Ein effizient strukturierter Einkauf im Mittelstand könne bei Dienstleistungen sogar bis zu 20% einsparen. Ein probates Mittel dafür sind Ausschreibungen, die im Mittelstand oft nicht konsequent durchgeführt würden. Berater Kerkhoff sieht weitere Einsparpotenziale in der schlechten Kommunikation zwischen Einkauf und Technik. Um auf Augenhöhe sprechen zu können, sollten die Einkäufer vor allem ein Grundverständnis für die zu beschaffenden Waren mitbringen. Die Financial Times berichtet vom Landmaschinenhersteller Claas, der dieses Wissen seiner Einkäufer nutzt, um Kostentreiber bei den Lieferanten zu ermitteln. In den Verhandlungen ginge es dann nicht nur um Preise, sondern wie ein Lieferant von Claas seine Produkte günstiger herstellen könne. Wie bei der Software AG wurde auch bei Claas die Zahl der Lieferanten stark verringert.
Marc Staudenmayer, Geschäftsführer von Araia Consulting, sieht die nächste Herausforderung im aufsteigenden Wirtschaftszyklus schon vor der Tür: "Wir beobachten zunehmend die Unsitte, dass dann mitunter planlos und an geregelten Prozessen vorbei eingekauft wird". Im Fachjargon "Maverick-Buying" - wilder Einkauf. "Das ist ein Renditekiller ersten Grades".
Quelle: Financial Times Deutschland vom 21.09.2010 Verfasser: Peter Leitsch