Frankfurt auf Platz 20 in internationalem Großstadtranking
Im jüngst veröffentlichten „Global Cities Index 2010“ belegt Frankfurt im weltweiten Vergleich sogenannter globaler Städte den 20. Platz. Das Ranking wurde nach 2008 zum zweiten Mal erstellt und entstand in Gemeinschaftsarbeit des Magazins „Foreign Policy“ mit der Unternehmensberatung A.T. Kearney und dem „Chicago Council on Global Affairs“.
Erfreulich an dem Ergebnis für die Mainmetropole ist insbesondere, dass man sich vor einer ganzen Reihe großer Namen wie Barcelona oder Moskau platzieren konnte. Bundesweit schnitt nur Berlin (Platz 16) besser ab, München landete auf Rang 33. Ganz oben auf dem Treppchen landeten New York, London und Tokyo.
Globalisierte
Weltstädte müssen keine Millionenstädte sein
Um ein möglichst aussagekräftiges
Ergebnis über den Globalisierungsgrad einzelner Städte zu erhalten,
floss eine große Bandbreite an Kriterien in das Urteil ein. Von der
Anzahl an Botschaften über den Warenumschlag auf den Flughäfen bis
hin zum politischen Engagement wurden möglichst aussagekräftige
Daten erhoben, die nach Meinung der Urheber eine Stadt in Zeiten der
Globalisierung auszeichnen. Eines der wichtigsten Kriterien war dabei
der Einfluss, den die Städte auf ihre Region und über ihre Grenzen
hinaus haben. Dies erklärt, warum so genannte Megastädte mit mehr
als zehn Millionen Einwohnern noch lange keine globalisierten
Weltstädte sind. Im Gegenteil: Metropolen wie Mumbai oder Dhaka
belegen lediglich hintere Plätze.
Als Sitz der Europäischen Zentralbank und als Zentrum der deutschen Finanzwirtschaft ist Frankfurt im Wirtschaftsbereich seit jeher gut aufgestellt. Mit dem geplanten „House of Logistics & Mobility“ (http://www.frankfurt-holm.de/), wird diese Spitzenstellung sicherlich noch weiter ausgebaut. Das Projekt, dessen Fertigstellung am Frankfurter Flughafen für 2012 geplant ist, dürfte insbesondere von BME-Mitgliedern sehr interessiert verfolgt werden. Frankfurt konnte aber auch mit seinem vielfältigen kulturellen Angebot Punkte machen. Speziell hervorgehoben wurden beispielsweise die Vielzahl an Museen und das Museumsuferfest.
"Metropölchen" oder eher "Europäische Metropole mit Tradition"?
Frankfurt musste sich in der
Vergangenheit immer wieder Kritik anhören, dass es mit dem Anspruch
als europäische Metropole mit Tradition, wie man sich selbst gerne
bezeichnet, nicht weit her ist. Dabei sollte man sein Licht nicht
unter den Scheffel stellen: die Studie verfolgte einen umfassenden
globalen Ansatz und wurde von renommierten und, soweit erkennbar,
unabhängigen Institutionen erstellt. Mit dem 20. Platz kann man
folglich sehr zufrieden sein und denjenigen etwas Wind aus den Segeln
nehmen, die von einem „globalen Dorf“ oder einem „Metropölchen“
sprechen…
Link zum Artikel
http://www.foreignpolicy.com/articles/2010/08/11/the_global_cities_index_2010
Das komplette
Ranking
http://www.foreignpolicy.com/node/373401
Quelle: Foreign Policy, 3.9.2010 Verfasser: David Schahinian