BME Rhein-Main-Region

07.07.2005

BME-Studie: Große Kostensenkungspotenziale durch Professionalisierung nicht-traditioneller Einkaufsbereiche wie Marketing, Travel Management und Finanzdienstleistungen

Studie von BME, Deloitte und Universität der Bundeswehr München zur Wertsteigerung im Einkauf


Große Kostensenkungspotenziale durch Professionalisierung nicht-traditioneller Einkaufsbereiche wie Marketing, Travel Management und Finanzdienstleistungen


Frankfurt, 7.7.2005 Unternehmen, die ihr gesamtes Beschaffungsvolumen zentralisieren, können Kosten in einer Größenordnung einsparen, die in ihrer Erfolgswirkung einer 8- bis 14-prozentigen Umsatzsteigerung entspricht. Das ist das Kernergebnis einer Studie, die der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik gemeinsam mit Deloitte und der Universität der Bundeswehr München durchgeführt hat. Befragt wurden 103 deutsche Unternehmen aus Industrie und Dienstleistung.

Bisher ist der Einkauf häufig nicht für das gesamte Beschaffungsportfolio eines Unternehmens verantwortlich. Es existieren noch immer so genannte „nicht-traditionelle“ Beschaffungsfelder, etwa der Einkauf von Marketing- oder Reisedienstleistungen. Diese werden häufig direkt durch die einzelnen Fachabteilungen und nicht durch die Einkaufsabteilung bezogen. „Die Folge ist, dass Potenziale nicht erkannt bzw. ausgeschöpft werden. Durch die Professionalisierung des Einkaufs könnten Kosten gesenkt und der Unternehmenswert deutlich gesteigert werden“, betont BME-Haupt-
geschäftsführer Dr. Holger Hildebrandt.


Wesentliche Ergebnisse der Studie

 Die sieben in der Studie identifizierten so genannten nicht-traditionellen Beschaffungsfelder Patente und Rechte, Finanzdienstleistungen, Marketingleistungen, Personal, Beratungsleistungen, F&E-Dienstleistungen (Forschung und Entwicklung) sowie Travel Management machen bis zu 28% des gesamten Beschaffungsvolumens eines „typischen“ Industrieunternehmens aus.

 In rund drei Viertel der Unternehmen ist die Einkaufsabteilung nicht für diese Wa-rengruppen verantwortlich.

 In nahezu allen deutschen Unternehmen existieren nicht-traditionelle Beschaffungsfelder. Die Rolle der Einkaufsabteilung reduziert sich in diesem Prozess auf die reine operative „Bestellung“ und möglicherweise auf Preisver-handlungen oder Nachverhandlungen, aber beispielsweise nicht auf die Liefe-rantenauswahl.

 Tatsächlich haben die Fachabteilungen in diesen Beschaffungsbereichen einen Bedarf, der einem durchschnittlichen Anteil von einem Viertel des gesamten Beschaffungsvolumens eines Unternehmens entspricht.

 Weniger als 40 Prozent der Unternehmen nutzen heute das Repertoire
strategischer Beschaffungsinstrumente. Eine wichtige Aufgabe des Einkaufs wird es künftig sein, Preisvorteile auf den bisher unerschlossenen Beschaffungsfeldern zu erzielen. Das erfordert den Einsatz der Instrumente eines modernen Beschaf-fungsmanagements wie beispielsweise ein ausgereiftes Beschaffungscontrolling, ausgeprägtes Warengruppenmanagement oder Gesamtkostenanalyse des Produktlebenszyklus.

 Zwei Drittel der Befragten erwarten durch die Professionalisierung des Einkaufs Einsparpotenziale, ein Viertel davon in der Größenordnung von mehr als zehn Prozent in einzelnen Einkaufsfeldern.

 Nach einer Zentralisierung des gesamten Beschaffungsvolumens auf den Einkauf bei gleich bleibenden Kostenstrukturen wirkt sich bereits eine Einsparung von fünf Prozent wie eine 8- bis 14-prozentige Umsatzsteigerung aus.

Erfolgsstorys von Unternehmen wie Lufthansa, T-Mobile und Henkel zeigen, wie und mit welchem Nutzen Warengruppen und Kostensenkungspotenziale erschlossen werden können. Danach werden beispielsweise bei T-Mobile Marketingdienstleistungen durch den internen Dienstleister „Einkauf“ beschafft. Dieser bündelt den Bedarf, erstellt Rahmenverträge und vereinfacht Einkaufsprozesse. Dadurch ergeben sich enorme Kostenvorteile. Erfolgsfaktoren sind für T-Mobile vor allem, dass der Einkauf frühzeitig in die Beschaffungsprozesse einbezogen wird und detaillierte Leistungsverzeichnisse sowie marketingspezifisches Know-how der Einkaufsabteilung vorhanden sind.

Die Studie liefert Unternehmen aller Größen und Branchen Ansatzpunkte, wie sie strategische Beschaffungsinstrumente gezielt einsetzen können, um den Unternehmenswert zu steigern.


Über die Umfrage
Im Jahr 2004 befragten BME, Deloitte und Universität der Bundeswehr München
103 Unternehmen (Querschnitt deutscher Industrien und Branchen).

32 Prozent = über 1 Mrd. € Umsatz
41 Prozent = über 100 Mio. € bis 1 Mrd. € Umsatz
27 Prozent = unter 100 Mio. € Umsatz.

„Wertsteigerung des Einkaufs durch neue Beschaffungsfelder“
Studie zur Erschließung von Einkaufspotenzialen
in nicht-traditionellen Einkaufsbereichen

Bezug (49 Euro Schutzgebühr):
BME e. V., E-Mail: info@bme.de
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WEITERE INFOS:
Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME)
Sabine Ursel, Pressesprecherin/Leitung Kommunikation
Bolongarostraße 82, 65929 Frankfurt
Tel. 0 69/3 08 38-1 13, Handy 01 63/3 08 38 00
E-Mail: sabine.ursel@bme.de, www.bme.de

Quelle: Pressemitteilung BME Verfasser: Sabine Ursel, Pressesprecherin

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